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Künstler

Nonkonforme Kunst in der DDR 1949-1990
Weitere Kuenstler:
 
Gruppe KOLLEKTIV HERZOGSTRASSE (München): u.a. Hans-Matthaeus Bachmayer, Heiko Herrmann, Thomas Niggl, Helmut Sturm,


Georg Baselitz, Joseph Beuys, Eduardo Chillida, Francisco Farreras, HAP Grieshaber, Franz Hitzler, Osmar Osten, AR Penck, Helmut Rieger, HP Zimmer ...

Tip:
KLAUS HAEHNER-SPRINGMUEHL

umfangreicher Katalog


 

CARLFRIEDRICH CLAUS

Biografie
1930 Geboren in Annaberg.
1944 Erste Gedichte und eine Reihe von Aquarellen (bis 1945) in zumeist abstrakten Formen, die psychische Situationen ausdrücken. Nach Kriegsende Besuch einer Handelsschule.
1949 Beschäftigung mit Sprachwissenschaft, besonders mit der Phonologie.
1951 Experimentelle Poesie in Verbindung mit Klängen. Bei einem zufälligen Gebrauch der Linken erkennt er die Möglichkeiten des linkshändigen Schreibens, welche bedeutsam werden in seinen Versuchen mit Schreibsprache und in späteren Sprachblättern, auch hinsichtlich der Erscheinungen aus Unbewußten.
1956 Sprechversuche, auch im Freien, in Wechselbeziehung mit Naturvorgängen (bis 1958), welche die Lautprozesse von 1959 vorbereiten.
1957 Abstrakt-rhythmische Zeichnungen entstehen, das"Automatische Tagebuch" (80 Blätter), als "psychische Exerzitien", durch welche Claus "spontan in Unterschwelliges vorzustoßen, es zu 'befreien'" suchte.
1959 Phasenmodelle und Buchstabenkonstellationen. Ebenso eigenständig in der konkreten und der visuellen Poesie sind seine die Fläche dicht füllenden Satz-, Wort-, Silben- und Lautkreisungen und -schichtungen sowie auch seine nonverbalen Vibrationstexte. Experimentelle Sprechprozesse auf Tonband, "Lautprozesse". Der Gedanken austausch mit Mon beginnt, woraus eine dauerhaft Freundschaft wird.
1960     
Raoul Hausmann nimmt Kontakt zu ihm auf.
seit 1960                     Observierung durch den Staatssicherheitsdienst, Störung der Kontakte zu Künstler-Freunden und Bekannten außerhalb der DDR.
1961 "Erster versuchender doppelseitiger Schreibakt" auf transparentem Papier, also mit den Aspekten Vorderseite, Durchleuchtung der Vorderseite, Rückseite, Durchleuchtung der Rückseite. Die "klassische Form" des neuen Bildtypus Sprachblatt mit seiner immanenten Dialektik ist erreicht..
1963 In der großen internationalen Ausstellung "Schrift und Bild" in Amsterdam und Baden-Baden ist Claus mit 10 Arbeiten neben Schwitters und Klee am stärksten vertreten, während ihm der Zugang zur Öffentlichkeit in der DDR noch versagt bleibt.
1966 Claus ist in zahlreichen Ausstellungen mit Sprachblättern vertreten in Westeuropa und auch in den USA. Er zählt dort zur Avantgarde der visuellen Poesie, während in der DDR sein Schaffen noch weitgehend unbekannt ist.
1969 Beschlagnahmung von Briefen unterbricht wichtige Verbindungen zu Künstlerkollegen und - freunden; Verschärfung der wirtschaftlichen Notlage.
1977 "AURORA" erscheint als Edition der eikon Grafik-Presse im Verlag der Kunst Dresden; ein visionäres Werk, worin Claus zentrale Bereiche seines philosophischen, psychologischen, gesellschafts-utopischen Denkens erfaßt, bis zum "Werden neuer Sinnesorgane im Noch-Nicht-Bewußtsein des Körpers" bis ins Kosmologische hin. Gründungsmitglied der Künstlergruppe und Produzentengalerie "CLARA MOSCH".
1988 Im Kupferstich-Kabinett Dresden wird das immense Hauptwerk "Aggregat K" vorgestellt als Edition und als Ausstellung, ein "Programmpaket für den Eintritt des sich selbst aufklärenden Individuums in die von einer realen Utopie gesteuerte, freie Gesellschaft" (K.Werner).
1991 Ausstellung "Inspektion Aktion Interaktion" in Chemnitz, Galerie Oben; mit Objekten aus transparenten Fotovergrößerungen von Sprachblättern und mit elektronisch gesteuerten akustischen Versuchsanordnungen.
1992 Ehrenprofessur an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und Verleihung des "Harry-Graf-Kessler-Preises" für ein 5-teiliges Objekt in der Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in Aachen.
1993 Konzeption/Realisation "AURORA-Experimentalraum" in der Galerie Barthel + Tetzner, Köln - mit Projektdokumentation.
1997 Claus erhält den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für sein Lebenswerk.
1998 Claus erhält den erstmals vergebenen Altenbourg-Preis (verbunden mit einer Einzelausstellung im Lindenau-Museum in Altenburg).
Am 22.Mai 1998 stirbt Carlfriedrich Claus in Chemnitz durch einen Schlaganfall.
1999 Der "AURORA-Experimentalraum (zuerst 1993 in der Galerie Barthel + Tetzner in Köln gezeigt) als ständige Installation im Reichstag in Berlin.

Ausstellungen
1961 Wuppertal, Internationale Manuskriptausstellung "Konkrete Poesie"
1962 Berlin, Haus am Waldsee "Skriptuale Malerei"
1963 Amsterdam, Baden-Baden, Frankfurt/Main "Schrift und Bild"
1964 Baden-Baden, Kunsthalle "Illustrationen"
1965 Den Haag, Haags Gemeente Museum
Oxford, 2nd international exhibition of experimental poetry
1966
Arlington, Arlington-Une
Baden-Baden, Kunsthalle
Berlin, Akademie der Künste
Nürnberg, Kunsthalle
Philadelphia, School of Art of Temple University
1968 Nürnberg, Institut für Moderne Kunst
1970 Amsterdam, Stedelijk Museum
Zürich, Helmhaus
1971
Nürnberg, Kunsthalle
Tokio, ASA international exhibition
1973 Rom, Villa Borghese
1980 Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Kupferstichkabinett (mit Katalog)
Hannover, Kunstmuseum
1981 Paris, Musee d Art Moderne "Peinture et gravure en RDA
1983 Berlin, Akademie der Künste
Düsseldorf, Kunsthalle und Kunstmuseum
Leipzig, Museum der bildenden Künste
München, Galerie im Lenbachhaus
1984 Oxford, Museum of Modern Art
1985 Altenburg, Lindenau-Museum
1990-1991 Erste umfassende Wanderausstellung "Erwachen am Augenblick -Carlfriedrich Claus Sprachblätter" mit begleitendem Werkkatalog in: Berlin Akademie-Galerie Marstall, Chemnitz Städtisches Museum, Münster Landesmuseum, Frankfurt/Main Kunstverein, Bielfeld Kunstverein, München Kunstraum, Hamburg Literaturhaus, Weiden Neues Rathaus
1991 Chemnitz, Galerie Oben "Inspektion Aktion Interaktion"
Berlin, Galerie Gunar Barthel "Künstlergruppe CLARA MOSCH"
1992 Gent, Museum van Hedendaagse Kunst
1992 Basel, Kunstmuseum "Aus einem isolierten Land - Fünf Zeichner und eine Zeichnerin aus der ehemaligen DDR" + München, Neue Pinakothek
Baden-Baden, Kunsthalle
1993 Altenburg, Lindenau-Museum
Berlin, Institut für Auslandsbeziehungen ifa-Galerie "Denklandschaften" (mit Katalog)
Köln, Galerie Barthel + Tetzner "AURORA-Experimentalraum - Sprechoperation 32" (mit Projektdokumentation)
Reutlingen, Städtisches Kunstmuseum (mit Katalog)
Ulm, Kunstverein
1994 Berlin, Martin-Gropius-Bau
1994-1995 Nürnberg, Institut für moderne Kunst Nürnberg
1995 Rostock, Kunsthalle "AURORA- Experimentalraum" (mit Katalog)
Chemnitz, Städtische Kunstsammlungen "Lautprozess-Raum"
Chemnitz, Galerie Oben "Sprachblätter 1961 - 1995
Warschau, "Der Riß im Raum - Positionen der Kunst seit 1945 in Deutschland, Polen, der Slowakei und Tschechien (mit Katalog)
1996 Dresden, Kunstmarkt Dresden, Sonderausstellung "AURORA-Experimentalraum"
1996-1997
Berlin + London, "Das Szenische Auge - Bildende Kunst und Theater" (mit Katalog)
1997 Berlin, Galerie Gunar Barthel "Grenzgänge" mit Erich-Wolfgang Hartzsch, Klaus Hähner-Springmühl und Klaus Sobolewski
1997 Berlin, Martin-Gropius-Bau "Deutschlandbilder" (mit Katalog)
Berlin, Deutsches Historisches Museum "Boheme und Diktatur" (mit Katalog)
1997 Moskau, Galerie A 3 "Denklandschaften"
1997-2000 Jena, Stadtmuseum + Kunstverein + JENOPTIK;
Berlin, Galerie Gunar Barthel und Chemnitz, Galerie Oben;
Mainz, ZDF, Meistermannhalle; Darmstadt, Kunsthalle
Darmstadt "Souveräne Wege - 1949 bis 1989" (mit Katalog)
Altenbourg, Claus, Göschel, Glöckner, Morgner, Uhlig
1999 Berlin, Galerie Gunar Barthel "AURORA + eikon" (mit Dokumentation von Rudolf Mayer)
2000 Berlin, Galerie Barthel + Tetzner „Sprachblätter 1968 bis 1998“
Chemnitz, Galerie Oben „Sprachblätter 1968 bis 1998“
Berlin, Akademie der Künste "Aggregat K"
Berlin, Akademie der Künste „Samizdat“ (mit Katalog)
2003 Berlin, Neue Nationalgalerie, „Kunst in der DDR“ (mit Katalog)
Berlin, Galerie Barthel + Tetzner, „zügellos - die andere Kunst in der DDR“
Berlin, Gropius-Bau, „Berlin - Moskau“ (mit Katalog)
2004 Moskau, Tretjakow-Galerie “Moskau - Berlin“ (mit Katalog)
2005 Chemnitz, Kunstsammlung „Schrift-Zeichen - Gest“ Claus im Kontext von Klee bis Pollock

Seit 1990 vertreten auf den Kunstmessen:

ARCO MADRID, ART BASEL, ART COLOGNE, ART FRANKFURT,
KUNST-KÖLN, KUNSTMARKT DRESDEN
durch die Galerie Barthel + Tetzner Berlin, Köln, Chemnitz

Auszeichnungen und Preise:

1997 Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für sein Lebenswerk.
1998 Claus erhält den erstmals vergebenen Altenbourg-Preis.

Kataloge und Bücher:

„Erwachen am Augenblick - Sprachblätter“
mit den theoretischen Texten von Carlfriedrich Claus
und einem kommentierten Werkverzeichnes
bearbeitet von Klaus Werner
Städtische Museen Karl-Marx-Stadt, Westfälisches
Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster,
Frankfurter Kunstverein, Bielefelder Kunstverein,
Kunstraum München, Literaturhaus Hamburg;
1990/1991; 319 Seiten und zahlreichen s./w.Abb.

„Denklandschaften“
Institut für Auslandsbeziehungen;
1993; 147 Seiten mit 67 s./w.Abb.

„Aurora - Experimentalraum“
Galerie Barthel + Tetzner Köln;
1993; 100 Exemplare (Projektdokumentation); 27 Seiten  Zitate daraus: ..Die Vergrößerung ist zwar Reproduktion, aber durch die Veränderung der Quantität erfolgt ein qualitativer Sprung, es entsteht, im Verhältnis zur Vorlage, etwas anderes, etwas Neues, eben ein neues Werk oder, in diesem Falle sogar ein neuer Sprach-Gesamt-Raum....Es geschieht, was ich als Intensitätszunahme der Struktur bezeichne, die Strukturen treten deutlicher, quasi potenzierter über das Auge ins Bewußtsein....mit dieser technischen Kälte wird ein günstiges Klima geschaffen zur Auseinandersetzung mit der Arbeit, mit dem Thema der jeweiligen Arbeit.

„Das druckgraphische Werk“
Begleitheft zum Verzeichnis des druckgraphischen Werkes
Lindenau-Museum Altenburg;
1998; 47 Seiten mit zahlreichen s./w.Abb.

„Das druckgraphische Werk“
Werkverzeichnis der Druckgraphik 1968 - 1998
Lindenau-Museum Altenburg;
2000; 135 Seiten mit zahlr.s./w.Abb. + 33 Farbabb.

„Distanz - Carlfriedrich Claus zum 70. Geburtstag“
Kunst für Chemnitz e.V.
2000; 34 Seiten mit 19 Abb. (teils farbig; teils s./w.)

Werkkomplex-Mappen:

1977 "Aurora-Mappe"
1986 "Codes" (mit K.Sobolewski)
1988 "Aggregat K"
1989 "Dialoge" (mit K.Sobolewski)
1950/1990 "Work Box"
1996 "Kennung" (mit K.Sobolewski + Levin Colmar)

Werke in Sammlungen u.a. in:

Aachen, Sammlung Ludwig
Altenburg, Lindenau-Museum
Berlin, Neue Nationalgalerie Kupferstichkabinett
Berlin, Kunstsammlung Deutscher Bundestag
Bremen, Neues Museum Weserburg
Chemnitz, Kunstsammlungen
Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Kupferstich-Kabinett
Frankfurt, Deutsche Bank AG
Hannover, Norddeutsche Landesbank
Hannover, Niedersächsische Sparkassenstiftung
Humlebaek (Dänemark), Louisana Museum
Karlsruhe, Städtische Galerie
Leipzig, Museum der Bildenden Künste
New York, Museum of Modern Art
Stuttgart-Berlin, Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)

sowie in den Sammlungen: Ascher, New York; Calabria, Berlin; Grohmann, Berlin; Kahnweiler,
Paris; Sackner, Miami; Wolf, Berlin.

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