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Kurt Buchwald

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Fliegen im Weltinnenraum


Fliegen im Weltinnenraum

(nach einen Gedicht Von R.M.Rilke)


Durch alle Wesen reicht der eine Raum:

Weltinnenraum. Die Vögel fliegen still

durch uns hindurch. O, der ich wachsen will,

ich sehe hinaus, und in mir wächst der Baum.


Erstmals zeigt Kurt Buchwald Arbeiten aus seinen Anfängen zusammen mit aktuellen Fotografien. Er beginnt mit der künstlerischen Fotografie 1979, entdeckt das Unbewusste, setzt sich in Beziehung zur Welt und verbindet Aktion und Fotografie. Das führt er bis heute fort. Es ist auch der rote Faden, der sich durch die Ausstellung zieht. Ob nun als Liegender auf der Straße 1982, als Bilderstürmer 1989, als Röhrenmensch 2005 oder als Schatten 2020, es ist der Künstler, der körperlich agiert. Diese Herangehensweise entwickelte er unter dem Einfluss der Künstlergruppe Clara Mosch, die nonkonforme Positionen in der DDR vertrat. Im Zentrum stand das künstlerische „Ich“ und die Erkundung des Weltinnenraums. Der Sozialistische Realismus war auf die Darstellung des Außenraums fixiert, natürlich auch die Fotografie. Buchwald hat sich dem Experiment, vergleichbar mit dem „Neuen Sehen“ und der konzeptionellen Fotografie verschrieben, aber auch immer wieder eine Innensicht betrieben.

 „Mir geht es um ein Hinterfragen des Mediums, um eine neue Sicht auf das, was ich mit der Kamera mache. Ich begreife, dass ich Performance und Fotografie verbinden muss. Das Machen ist auch ein körperliche Prozess, dem geht ein Empfinden voraus. Es ist nicht bloß ein Sehen, es ist viel mehr, was angesprochen wird. ….... Über das Stören hole ich das Körperliche zurück, mache ich einen radikalen Eingriff in das fotografische System, neue Möglichkeiten und Bilder entstehen, die sich mit dem Zeitgeist verbinden.“

 Eine Hand ist auf frühen Fotografien und auf aktuellen Arbeiten zu sehen. Das Greifen ist auch ein „Die Welt Begreifen“ - Buchwalds Antrieb zum Fotografieren und zum Verstehen. Er lässt „Im Kreis der Wahrnehmung“ (experimentelles Fotoprojekt ab 2001) etwas Neues, etwas Fiktionales, ein Trugbild entstehen. Die Fragen nach der Erkennbarkeit der Welt treiben den Künstler an. „Was ist eigentlich Realität? Wenn der Körper mit der Vorstellung verschmilzt“ (Markus Gabriel).

Clara Mosch: Die Gruppe wurde 1977 in der sächsischen Industriestadt Chemnitz von den Künstlern Michael Morgner, Thomas Ranft, Carlfriedrich Claus, Gregor-Torsten Schade und Dagmar Ranft-Schinke gegründet und bestand bis 1982. Der Name bildete sich aus den Anfängen der Nachnamen der Künstler.

Markus Gabriel: deutscher Philosoph. Er lehrt seit 2009 als Professor an der Universität Bonn, u.a. Warum es die Welt nicht gibt. Ullstein, Berlin 2013


Ausstellungseröffnung und Podiumsgespräch

Sonia Voss, Kuratorin (Berlin/Paris) und Kurt Buchwald, Künstler (Berlin) im Gespräch mit Dr. Steffen Damm

am Freitag, 2. 10. 2020, um 19:30 Uhr, 

in der



Die Ausstellung findet statt im Rahmen der Gesprächs- und Ausstellungsreihe „zeit.PUNKT“ der KULTURSTIFTUNG HAUS EUROPA.

 

 

Entsprechend der Covid-19-Bestimmungen ist eine kurze Anmeldung per E-Mail erforderlich:

gb@barthel-tetzner.de